Freiheit im Herzen – Eigenständige Persönlichkeiten mit beiden Füßen im Leben

Der letzte Tag der Wahlkampfzeit war reserviert für den Festakt in Schloss Hamborn. 70 Jahre Waldorfpädagogik in Schloss Hamborn, 70 Jahre Erziehung zur Freiheit.

Als der Festakt begann war die Festhalle fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Erhard Hofmann begrüßt die Gäste aus Nah und Fern. Vertreter der Partnerschulen aus Detmold und Bielefeld und der Partnerschule aus Stourbridge in England, zu der bereits seit 25 Jahren nicht nur eine Partnerschaft sondern auch eine intensive freundschaftliche Beziehung entwickelt hat. Den Reigen der Festredner beginnt der Landrat, der die fruchtbare und wertvolle pädagogische Arbeit der Schule und der Einrichtung hervorhebt. Es bestehen intensive Kontakte in die Schul- und Jugendhilfelandschaft der Region.

Bürgermeister Allerdissen hebt in seiner Ansprache ebenfalls das freiheitliche Denken als einen wertvollen Grundimpuls der Hamborner heraus. Die Waldorfpädagogik als Grundlage sorgt in unnachahmlicher Weise für eine Entwicklung der Persönlichkeit, die für das Selbstverständnis der Einrichtung Schloss Hamborn steht. Unerwähnt blieb seinerseits allerdings auch nicht eine kleine Anspielung auf bestehende Vorurteile, mit der Schüler gerne einmal zu tun haben. Ein konkretes Beispiel dafür verkniff er sich aber häufig genannt wird unter anderem die Frage, ob die Schüler auch ihren Namen tanzen können. – Die einen Tag zuvor von der Kunstgeschichtsfahrt zurückgekehrte Abiturklasse stellte dies in einer kurzen und sehr bewegenden Eurythmieaufführung eindrücklich unter Beweis, welche Aussagekraft diese Kunstform, der Kombination von Bewegung, Sprache und Musik in diesem Unterrichtsfach schlummern und der Eurytmieabschluss zu Recht essentieller Bestandteil des Waldorfschulabschlusses und damit Teil einer Persönlichkeitsreife ist.

Die Schüler der VK, der Vorbereitungsklasse auf das Abitur, haben eine eigene Choreographie entworfen und das Thema Umwelt- und Klimaschutz und Nachhaltigkeit zum Thema einer kurzen Eurythmeiaufführung gemacht. Mit starken, zum Nachdenken anregenden und zugleich mahnenden Worten, von den Schülerinnen und Schülern wohlbedacht und kraftvoll vorgetragen und vom Rest der Klasse in Bewegung umgesetzt, wurde das Thema Klimaschutz präsent und zugleich die widersprüchliche Handlungsweisen von Bürgerinnen und Bürgern aber auch der Politik thematisiert. Ein wirklich bewegender Moment dieses Tages und Beweis für die Persönlichkeitsreife der Schüler.

Der anerkennend kräftige Applaus bestätigt die jungen Erwachsenen auf der Bühne. Mir geht natürlich sofort auch das Bild der SPD-Fraktion im Rat der Gemeinde Borchen durch den Kopf, die sich mit aller Macht die Aufgabe gesetzt hat, weiteren Windkraftausbau in der Gemeinde zu verhindern. Gott sei Dank ist die kommende Generation weiter und hat die Notwendigkeit eines entschlossenen Handelns erkannt und ist bereit umzudenken und zu Handeln. Ich bin tief ergriffen und bewegt.

Umrahmt ist die Veranstaltung auch von musikalischen Beiträgen von Schülern und Lehrern, allesamt auf einem hohen künstlerischen Niveau. Es sind eben nicht nur die MINT-Fächer, die den Pulsschlag für die Zukunft darstellen. Vielmehr ist es die soziale und emotionale Persönlichkeitsreife und die Ausbildung zum selbstbewussten Menschen, der mit beiden Beinen im Leben steht. So ist die Waldorfschule zu einem Ort geworden, wo genau das möglich ist. Junge Menschen wachsen hier heran und reifen zu eigenständigen Persönlichkeiten, die ihre Aufgabe in der Welt annehmen werden.

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